© Zoo Zürich / Tim Benz
Der Streit um das Projekt «Pantanal» im Zoo Zürich beschäftigt nun auch Zürcher Parlamentarier und die Kantonsregierung: Vier Kantonsräte haben eine Anfrage an den Regierungsrat gerichtet. Sie zielt darauf ab, allfälligen Forderungen des Zoos nach zusätzlichen finanziellen Mitteln vorzubeugen. Das Stahlbauzentrum Schweiz begrüsst diese Anfrage im Interesse der Steuerzahler. Der Kanton wie auch die Stadt Zürich tragen aktuell jährlich je 3,4 Millionen Franken zum Betrieb des Zoos Zürich bei und finanzieren Erneuerungsprojekte bis 2030 mit 7,8 Millionen Franken aus dem Gemeinnützigen Fonds.
Das SZS hat bereits im Dezember in einer Pressemitteilung seine Position dargelegt und die beiden Parteien (die Zoo Zürich AG und die ausführende Stahlbaufirma Baltensperger AG) zur Wiederaufnahme von Verhandlungen aufgerufen. Nun erhöht das SZS den Druck auf die Kantonsregierung mit einem Schreiben an die Vorsteherin der Volkswirtschaftsdirektion, Regierungsrätin Carmen Walker Späh, das am 23. Januar 2026 versendet wurde. Das SZS fordert darin einen Marschhalt. Bevor weitere politische und juristische Schritte erfolgen, muss die Faktenlage in einer Expertise von einer unabhängigen, externen Stelle neutral beurteilt werden – zum Beispiel durch Stahlbauingenieure oder Professoren für Stahlbau der ETH Zürich. Eine solche Expertise soll Klarheit über die technischen und wirtschaftlichen Fakten schaffen und helfen, die latenten Risiken und potenziellen Folgekosten der Wiederaufnahme der Arbeiten zu analysieren. Insbesondere ist aus Sicht des SZS eine übereilte und teure Neuvergabe des Auftrags an ausländische Unternehmen zu vermeiden.
Im Fokus stehen zwei übergeordnete Ziele: einerseits die Existenz und damit die Arbeitsplätze der Baltensperger AG zu sichern und andererseits Wege zu finden, dieses Leuchtturmprojekt ohne überbordende Mehrkosten und Gerichtskosten dennoch realisieren zu können. Dies liegt auch im Interesse der Steuerzahler sowie der privaten Geldgeber und Sponsoren des Zoos Zürich.